14 Nov 19

Nissan: Die Racing-Supermacht muss sich neu beweisen

Nissan e.dams hatte – gemessen an der Ein-Runden-Performance – das schnellste Auto in der ABB FIA Formula E Championship Saison 2018/19 entwickelt, doch das Kraftpaket aus Japan ist nun bereits zum Auftakt der neuen Saison ins Hintertreffen geraten, nachdem sein innovativer zweimotoriger Antriebsstrang verboten wurde. Das Team wird alle Fähigkeiten von Sebastien Buemi – dem bisher erfolgreichsten Formula E Fahrer überhaupt – und des angriffslustigen Briten Oliver Rowland mobilisieren müssen, um sich allen Widrigkeiten zum Trotz gegen die rivalisierenden Erstausrüster-Teams durchzusetzen.

Nissan hatte sich im Vorfeld der Saison 2018/19 mit dem dreifachen Titelgewinner e.dams zusammengeschlossen, und stieg daraufhin zur Formula E Supermacht auf. Das neue internationale Powerteam war in puncto Design einen anderen Weg gegangen als der Rest der Hersteller, und hatte einen einzigartigen zweimotorigen Antriebsstrang entwickelt, der zu einer unglaublichen Ein-Runden-Performance fähig war.



Obwohl sie von der FIA zugelassen worden war, reagierten die gegnerischen Teams bestürzt auf die neue Technologie, die Sebastien Buemi und Oliver Rowland beim Qualifying praktisch unbesiegbar machte. Die beiden konnten sich nicht nur sechs von 13 möglichen Polepositions, sondern auch 16 Super Pole Positionen sichern. Nissan hatte anfangs Mühe, die Geschwindigkeiten beim Qualifying auch in den tatsächlichen Rennen zu erreichen, beendete schließlich die Saison jedoch mit sechs Podiumsplätzen, darunter vier ganz knapp – neben dem ersten Nissan e.dams Team-Sieg – für Buemi in seiner Comeback-Serie. Der verspätete Anlauf reichte nicht aus, um dem ehemaligen Champion einen zweiten Titel zu sichern, trug aber definitiv dazu bei, sein Team auf den vierten Platz in der Teamwertung zu katapultieren.



Nun waren alle Weichen gestellt, um sich die Krone zu holen, doch dann wurde Nissans innovativer Antriebsstrang zum Saisonende von der FIA verboten. Aufgrund der Entscheidung hatte die asiatische Marke in der Nebensaison gegenüber ihrer Konkurrenz plötzlich einiges aufzuholen, da sie ihr Auto für die neue Saison völlig umgestalten musste.

Buemi bezeichnete die Entscheidung als „Innovationskiller“ – der Schweizer Rennpilot wird also mehr denn je motiviert sein, seinen Rivalen zu beweisen, dass er immer noch das Zeug zum Spitzenreiter hat. Der 31-Jährige hat in der Formula E bisher die meisten Siege überhaupt erzielt, aber sein triumphaler Auftritt beim Finale der Saison 2018/19 in New York war sein erster Sieg in der rein elektrischen Rennserie seit über zwei Jahren. Der Champion der Saison 2015/16, der auch über zwei World Endurance Championship Titel verfügt und zweimal das Le Mans 24 Hours Rennen gewonnen hat, – und wohl auch seine Formula E Krone in der Saison 2016/17 hätte behalten sollen, – musste in den letzten Jahren schmerzlich mit ansehen, wie sich andere ins Rampenlicht drängten.



Buemis Hoffnungen auf den Titel könnten allerdings auch von seinem Teamkollegen Rowland zunichte gemacht werden, da der Brite in seiner Formula E Debütsaison eine überragende Leistung hinlegte, nachdem er in letzter Minute anstelle von Alexander Albon, der sich in die Formel 1 verabschiedete, verpflichtet worden war. Der Rookie des Jahres 2018/19 muss seine Fahrkünste noch verbessern, kann Buemi und dem Rest der Formula E Elite aber durchaus gefährlich werden – falls Nissan ein würdiges Auto bereitstellen kann.

Das vollständige Profil des Nissan e.dams Teams finden Sie hier